Sarah Norton, Assistenzärztin für Andrologie, hat ihre urologische Facharztausbildung in Irland im Rahmen des chirurgischen Ausbildungsprogramms abgeschlossen. Derzeit absolviert sie ein Auslandsjahr am St. James’ Hospital in Leeds, um sich auf das Fachgebiet der Andrologie zu spezialisieren, welches sich mit den männlichen Geschlechtsorganen befasst. Dazu gehören andrologische Operationen, etwa zur Entfernung von Varikozelen oder für Penisimplantate sowie krebsbedingte Operationen, etwa bei Peniskrebsund rekonstruktive Verfahren.
Sarah arbeitet im Rahmen einer Ausbildungsstelle mit Patrick Gordon zusammen und lernt verschiedene Eingriffe. Sie erklärt:
„Ich lerne von ihm, wie man diese Eingriffe durchführt. Bei diesem speziellen Verfahren lerne ich den Zugang, die Schnitttechnik und wie man den Samenstrang mit all seinen Strukturen lokalisiert und identifiziert.”
Während des Eingriffs nutzt Sarah eine Intraoperative chirurgische Dopplersonde, um den arteriellen Blutfluss in der Arteria testicularis (Hodenarterie) zu bestimmen und sicherzustellen, dass diese verschont bleibt. Sie beschreibt den Ablauf:
„Zunächst versuchen wir, die wichtigen Strukturen zu identifizieren, die erhalten bleiben müssen: zuerst den Ductus deferens (Samenleiter), dann die Arteria testicularis (Hodenarterie) und schließlich die Venen, die entfernt werden sollen”
Das Hauptziel besteht darin, die erweiterten Venen,welche die Varikozele verursachen, zu entfernen oder zu verschließen. Diese können Schmerzen, Unwohlsein und potenzielle Fertilitätsprobleme durch eine erhöhte Hodentemperatur verursachen. Sarah erklärt:
„Es handelt sich dabei im Wesentlichen um den Plexus pampiniformis, ein Venengeflecht, das einer Krampfader im Bein ähnelt, aber im Hodensack liegt.”
Der Eingriff ist komplex, da winzige Strukturen betroffen sind, und ein Mikroskop ist erforderlich, um sie besser zu sehen. Sarah betont, wie wichtig die chirurgische Dopplersonde ist:
„Ohne diese Dopplersonde wäre es viel komplizierter und sehr schwierig zu erkennen, welches Gefäß die Arterie ist, die wir erhalten müssen, denn wenn wir diese Arterie verletzen, verletzen wir auch den Hoden”
Sie fügt hinzu:
„Die erweiterten Venen sehen wie Arterien aus. Wir wissen also nicht genau, welches Gefäß die Arterie ist, wenn wir uns den Samenstrang ansehen. Mit dem Doppler sehen wir anhand der Wellenform, dass es sich bei dem Gefäß um die Arterie handelt.”
Sarah ist froh, dass es diese Technologie gibt und vertraut auf dieses Hilfsmittel, um den korrekten Ablauf der Eingriffe zu gewährleisten, was letztlich den Patienten zugute kommt. Sie erklärt:
„Sie ist wirklich eine enorme Hilfe bei unseren Operationen, da sie den korrekten Ablauf gewährleistet, was letztendlich unseren Patienten hilft und zugute kommt.”
Sarah verfolgt die Weiterentwicklung der Urologie mit Spannung. Die Integration von Technologie und „Gadgets“ in Operationen erachtet sie als wesentlichen Bestandteil der Zukunft. Sarahs Spezialgebiet, die Andrologie, ist in den öffentlichen Krankenhäusern Irlands keine Standardbehandlung, daher ist ihre Ausbildung im Ausland besonders wichtig. Ihre Erfahrung und der Einsatz fortschrittlicher Technologie bei Operationen sind ein Zeugnis dafür, wie wichtig präzise und sorgfältige chirurgische Verfahren für die Verbesserung der Behandlungsresultate sind.